Bratwurst, Bier und Ballkünstler – Werbung mit der WM

Dieser Beitrag wurde vor am Mittwoch, 23. Juni 2010 um 09:21 Uhr veröffentlicht und unter Jackomo - Der Kritiker gespeichert.

 Die Fußball-Weltmeisterschaft ist für die Deutschen sicher das wichtigste Sportereignis von allen. Wenn alle vier Jahre die zweiunddreißig besten Fußballteams der Welt gegeneinander antreten, schaut die Nation gebannt zu. Das wissen natürlich auch die Lebensmittelhersteller, die auf Biegen und Brechen versuchen, ihre Produkte in irgendeiner Weise in Verbindung zu diesem Super-Sport-Spektakel zu bringen, sei es auch noch so weit her geholt. Bedenklich an dieser Art der Werbung ist, dass dem Verbraucher, und vor allem Kindern und Jugendlichen, vorgegaukelt wird, diese Produkte seien gesund und würden von den werbenden Idolen tonnenweise konsumiert.

Allen voran ist da das deutsche Nationalteam, das stets gut gelaunt, täglich und ausschließlich Nuss-Nougat-Creme auf das Frühstücksbrot schmiert. Die Kicker aus der Werbung gehen anschließend wenigstens noch zum Training. Die Kinder und Jugendlichen, auf die diese Werbung abzielt, sitzen nach dem Frühstück in der Regel den ganzen Tag in der Schule. Und als sei das noch nicht genug, kann man eben diese Nuss-Nougat-Creme seit einiger Zeit auch unterwegs mit brotähnlichen Stäbchen aus einer Plastikdose naschen. Da solche Cremes 25-30 Prozent Fett und knapp 60 Prozent Kohlenhydrate enthalten, sollten sie besser mit einem Warnhinweis  als mit einem Fußball-Logo versehen sein. Diese, in meinen Augen unmoralische Art der Werbung, kann man bei endlos vielen Produkten beobachten. Da gibt es die offiziellen WM-Schokoriegel, Kartoffelchips, Fruchtgummis etc. Und jedes Spiel wird von einer bekannten Biermarke freundlich präsentiert. Wäre das Image nicht so schlecht, würde man die WM wahrscheinlich auch noch für Zigarettenwerbung missbrauchen.

Warum das alles so ist wie es ist? Klar, es geht um Geld. Jedes Logo eines Fußballverbandes oder einer Veranstaltung auf einer Verpackung bringt pures Geld. Und gemäß dem ökonomischen Grundsatz, je größer die Summen desto kleiner die Skrupel, schaffen es diese Logos auf so ziemlich jedes Produkt. Natürlich muss so ein Großereignis wie eine Fußball-WM finanziert werden. Ohne Werbeeinnahmen wäre das vermutlich kaum möglich. Es ist aber diese Unausgewogenheit, die das ganze so unglaubwürdig macht. Gnadenlos wird jeder Cent aus jeder Werbesekunde einer Fußballübertragung gequetscht. Dabei müsste es für die Verbände doch ein Leichtes sein, ab und zu mal einen Spot dazwischen zu schalten, der die Jugend dazu animiert, Fußball im Verein und nicht an der Playstation zu spielen. Das wäre doch schon mal ein guter Anfang.

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2 Kommentare zu „Bratwurst, Bier und Ballkünstler – Werbung mit der WM“

  1. Dennis Lindemann sagt:

    Liebes TEAM von FreeCooks,

    die Werbewirkung eines so populären Sports auf unsere Jugend ist natürlich enorm.
    Allerdings schweift die Werbung immer mehr von der eigentlichen Sportart ab.
    Es wird in den Halbzeitpausen keine Werbung für Fußballschuhe, Bälle oder eine der bekannten Sportmarken im allgemeinen gemacht. Viel mehr wird für Nahrungsmittel, wie den schon angesprochen Brotaufstrich oder diverse Kaubonbons sowie für Limonadengetränke geworben die zwar eine unverzichtbare Verbindung mit diesem Ereignis vorgaukeln aber haben, wenn man genauer hinsieht, nicht mehr damit zu tun als es zu finanzieren.

    Worüber man noch nachdenken sollte, ist das Essen was einem am Ort des Geschehens, im Stadion angeboten wird. Ob Bratwurst aus der Fettfanne, Schnitzel aus dem Backofen oder die guten alten Fritten aus der Friteuse.
    Die Verpflegung im Fussballstadion ist alles andere als gesund.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dennis Lindemann

  2. Jackomo Jackomo sagt:

    Die Produzenten von Sportartikeln halten es vermutlich für ausreichend, dass die Stars in der Arena mit ihren Werbelogos auf der Brust oder auf den Schuhen agieren.

    Was die Verpflegung im Stadion betrifft, so greift offenbar das uralte Gesetz des Volksfestes: sobald sich in Deutschland mehr als 10 Erwachsene Personen an einem Ort versammeln, tauchen wie aus dem nichts mindestens eine Bier- und eine Bratwurstbude auf. Ich bezweifle, dass sich das jemals ändern wird.

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