Fisch – mit gutem Gewissen genießen

Dieser Beitrag wurde vor am Donnerstag, 30. September 2010 um 20:39 Uhr veröffentlicht und unter Gesunde Ernährung gespeichert.

Der Raubbau an den Fischbeständen der Weltmeere ist erschreckend. Die Bestände großer Speisefische wie Thunfisch, Schwertfisch oder Hai sind bis zu 90 Prozent zurückgegangen. Nach Angaben von Gesundheits- und Naturschutzorganisationen gelten 50 bis 75 Prozent aller weltweiten Fischbestände als überfischt. Welchen Fisch kann man also noch mit ruhigem Gewissen genießen?

Eine einfache, aber äußerst effektive Entscheidungshilfe ist das MSC-Logo. MSC steht für Marine Stewardship Council. Diese unabhängige Organisation zertifiziert Fischereibetriebe und Fischprodukte nach strengen, wissenschaftlich erarbeiteten Kriterien. Zu den wichtigsten zählt hierbei, dass nicht mehr Fisch gefangen wird als nachwachsen kann und das umweltschonende Fangmethoden zum Einsatz kommen. Auf diese Weise werden empfindliche Ökosysteme wie Riffe oder der Meeresgrund geschont und der sogenannten Beifang wird minimiert. Produkte mit dem MSC-Logo findet man sowohl in den Supermärkten  als auch beim Fischhändler. Hat der Supermarkt oder der Fischhändler keine MSC-Ware im Sortiment, sollte der Kunde gezielt danach fragen. Die Marktmacht des Verbrauchers kann einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen und ökologisch vertretbaren Fischerei leisten.

Fische und Meeresfrüchte aus der Zucht werden vom MSC nicht zertifiziert. Generell sollte auf Erzeugnisse aus Aquakulturen nur zurückgegriffen werden, wenn diese das Bio-Siegel tragen. Konventionelle Fischzucht richtet im Ökosystem Ozean großen Schaden an und schützt keineswegs die Bestände.

Einige Fischarten stehen kurz vor dem Kollaps. Auf den Verzehr sollte dringend verzichtet werden. Hierzu gehören u. a. Dornhai (Schillerlocke), Roter Thunfisch, Rot- und Granatbarsch sowie alle Arten des Schwertfischs.

Bei anderen Fischarten sind die Bestände regional sehr unterschiedlich, so dass beim Kauf auf die Herkunft geachtet werden sollte. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist der Kabeljau bzw. Dorsch. Die Bestände im Nordost-Atlantik bzw. der Ostsee sind stark überfischt während die Population in der Nordost-Arktis noch gesund ist. Ähnlich verhält es sich bei Sardinen. Die Mittelmeer-Sardine ist bedroht, Sardinen aus dem Nordost-Atlantik sind dagegen empfehlenswert.

Eine gute Entscheidungshilfe beim Fischeinkauf bieten Leitfäden verschiedener Naturschutzorganisationen. Der WWF (World Wide Fund For Nature) zum Beispiel veröffentlicht den „Einkaufsratgeber Fischerei und Meeresfrüchte“.

Da die Ozeane, nicht so wie Staaten, in Einflussgebiete eingeteilt werden können, ist es sehr schwer, internationale Maßnahmen zum Schutz der Fischbestände politisch durchzusetzen. Zu unterschiedlich sind die unterschiedlichen nationalen Interessen. Und nicht lizensierte Piratenfischer ignorieren sowieso jedes Artenschutzabkommen und jede Fangquote. Daher ist es um so wichtiger, dass der Verbraucher gut informiert ist, um eine verantwortungsvolle Kaufentscheidung zu treffen. Hier sind auch die Gastronomen gefragt. Sie sollten mit ihrem Fachwissen die Gäste informieren und mit einem ökologisch unbedenklichen Fischangebot in den Speisekarten ein Vorbild sein

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