Trennkost – was steckt dahinter

Dieser Beitrag wurde vor am Montag, 3. Januar 2011 um 12:58 Uhr veröffentlicht und unter Gesunde Ernährung gespeichert.

Bei der Trennkost geht es in erster Linie darum, eiweißreiche und  kohlenhydratreiche Lebensmittel getrennt voneinander zu sich zu nehmen. Hierzu werden alle Lebensmittel einer von drei Gruppen zugeordnet, nämlich der Eiweißgruppe, Kohlenhydrate oder der neutralen Gruppe.

Die ursprüngliche Idee der Trennkost geht auf den amerikanischen Arzt William Howard Hay  (1866-1940) zurück. Der an einer unheilbaren Nierenerkrankung leidende Mediziner führte seine Krankheit auf eine Übersäuerung des Körpers zurück. Diese Übersäuerung wiederum wurde seiner Ansicht nach durch den gleichzeitigen Verzehr von Eiweiß und Kohlenhydraten verursacht. Er war der Meinung, dass im Darm bei der gleichzeitigen Verdauung von Eiweiß und Kohlenhydraten Gärungsprozesse stattfinden, die zu der Übersäuerung führen. Im Selbstversuch erprobte Hay die von ihm entwickelte Ernährungsweise, nach der die Mahlzeiten entweder aus eiweißhaltigen- oder kohlenhydratreiche Speisen bestanden. Tatsächlich wurde Hay wieder gesund. Für ihn war das der Beweis, dass alle Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Gicht, Diabetes oder Arteriosklerose auf falsche Ernährung und damit einer Übersäuerung des Körpers beruhten.

Nach heutigem Wissensstand ist Hays Theorie der Übersäuerung widerlegt. Das menschliche Verdauungssystem ist bestens für die gleichzeitige Verdauung von Eiweiß und Kohlenhydraten ausgerüstet. Die Evolution hat aus dem Menschen einen typischen Allessfresser geformt. Dennoch lassen sich gewisse positive Effekte der Trennkost beobachten.

Die moderne Trennkost teilt ebenfalls alle Lebensmittel in die Gruppen Eiweiß, Neutral und Kohlenhydrate ein. Dabei zählen unter anderem Fleisch, Fisch, Ei und Käse zur Eiweißgruppe. Brot, Nudeln, Reis oder Kartoffeln sind Beispiele für die Gruppe der Kohlenhydrate. Zur neutralen Gruppe werden Obst und Gemüse sowie einige Milchprodukte gezählt. Produkte aus der neutralen Gruppe dürfen beliebig mit entweder Kohlenhydraten oder Eiweiß kombiniert werden. Außerdem sieht die moderne Trennkost vor, dass die tägliche Ernährung zu einem überwiegenden Teil aus Obst, Salat und Gemüse bestehen sollte.

Konkret empfiehlt die Trennkost, dass das Frühstück und das Mittagessen wahlweise aus Eiweiß- oder Kohlenhydratmahlzeiten bestehen können. Das Abendessen soll nach der Trennkost aus einer kohlenhydratreichen Mahlzeit bestehen. Bei den Größen der Portionen gibt es keine Einschränkung. Zwischenmahlzeiten aus Obst und Gemüse sind nicht nur erlaubt, sondern empfohlen.

Es gibt auch Kritikpunkte an der Trennkost. So kann eine strikte Einhaltung der Trennkost vor allem bei Kindern oder schwangeren Frauen zu einem Mangel an Kalzium, Eisen und B-Vitaminen kommen. Zudem wird eine häufig nicht nachvollziehbare Zuordnung der Lebensmittel zu den Gruppen kritisiert. Kartoffeln beispielsweise enthalten sowohl große Mengen Eiweiß als auch Kohlenhydrate, werden aber der Kohlenhydratgruppe zugeordnet.

Da der ursprüngliche Gedanke, nämlich einer Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken, widerlegt ist, sind die positiven Effekte der Trennkost wohl eher darauf zurückzuführen, dass insgesamt weniger Fleisch und Kohlenhydrate zugunsten von Obst und Gemüse gegessen werden. Das führt zu einer geringeren Kalorienzufuhr und damit zu Gewichtsverlust. Außerdem ernähren sich Menschen, die einem bestimmten Schema folgen, generell bewusster.

Wem die Trennkost dabei hilft, sein Idealgewicht zu erreichen, macht mit dieser Ernährung nichts falsch, solange auf die notwendige Ausgewogenheit geachtet wird. Und unumstritten ist, dass ein gesundes Körpergewicht einer Reihe von Zivilisationskrankheiten entgegenwirkt.

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