Über 2000 Jahre „Schleckgenuss“
Die Chinesen kannten es schon vor über 2000 Jahren, die alten Römer und auch die Araber labten sich gerne an der kalten Köstlichkeit: Eis. Damals diente Schnee als Grundzutat, welcher mit Früchten, Rosenwasser, oder anderen Zutaten vermischt wurde. Gerade im Sommer war das kalte Vergnügen, welches meist nur der Oberschicht vorbehalten war, besonders beliebt. Was heute im Sommer selbstverständlich scheint, war damals nur mit einer ausgeklügelten Logistik möglich. Die Römer hatten dazu sogenannte Schnellläufer, welche das Eis aus dem Hochgebirge schnellen Schrittes nach Rom brachten.
Bis heute erfreut sich Eis weltweit hoher Beliebtheit bei Jung und Alt. Der „pro Kopf Verbrauch“ im Jahr liegt in Deutschland bei etwa bei 8 Liter. Nicht, wie man vielleicht vermutet, die Südländer, sondern die Nordlichter haben dabei den höchsten Verbrauch. Finnland liegt dabei mit 14,5 Litern pro Kopf und Jahr weltweit an der Spitze. Die Portugiesen bringen es hingegen nur auf kümmerliche 4 Liter.
Das „Ureis“ der Chinesen oder der Römer war, aus unserer heutigen Sicht, schon ausgesprochenes Well-Food. Neben dem Schnee, also Wasser, kamen nur natürliche Aromen und Früchte rein. Überhaupt bietet sich Eis hervorragend dafür an ein gesundes Dessert zubereiten, vorausgesetzt die Grundzutaten stimmen. Das Fett, welches entweder aus Sahne oder auch aus Butterreinfett besteht, sollte hierbei durch andere Fette oder durch fettreduzierte Milch ersetzt werden.
Aufklärung im Eisallerlei
Eis ist nicht gleich Eis. Nach dem Deutschen Lebensmittelbuch unterscheidet man folgende Sorten: das bei Kindern so beliebte und häufig in Eisdielen hergestellte Milcheis enthält mindestens 70 Prozent Milch-Anteil. Bei Cremeeis beträgt der Milchgehalt mindestens 50 Prozent – nicht zu verwechseln mit Eiscreme (10 Prozent Milchfett), während bei Einfacheiscreme 3 Prozent genügen. Weitaus kalorienreicher ist Sahneeis mit seinen mindestens 60 Prozent Schlagsahne und 18 Prozent Milchfett. Um die Bezeichnung Fruchteis zu bekommen, gehören wenigstens 20 Prozent Fruchtanteil in die Kugel. Ausnahme bildet das Zitroneneis (mindestens 10 Prozent Frucht). Wenn auf der Verpackung Eis mit Pflanzenfett steht, sind mindestens 3 Prozent eben solches pflanzliches Fett. Kunstspeiseeis muss keine Milch enthalten. Stattdessen werden häufig Ei oder Eigelb verwendet und künstliche Farb- und Aromastoffe hinzugefügt.
In Maßen genossen, muss gutes Speiseeis weder der Gesundheit; noch der schlanken Linie abträglich sein. Kaum Fett enthalten Wasser- und Fruchteis. Der Energiegehalt pro Kugel ist mit etwa 100 Kalorien etwas kalorienärmer; als Milchspeiseeis mit ca. 150 Kalorien. Der Energiegehalt schwankt je nach Eissorte erheblich. Bei Eis aus der Tiefkühltruhe lohnt sich auf jedem Fall der Blick auf die Zutatenliste.
Mit Eis Fett zum schmelzen bringen?
Eis hat sogar einen gewissen Thermoeffekt im Körper, welcher, zumindest einen kleinen Teil der Kalorien welche man damit aufnimmt wieder kompensieren kann. Hintergrund ist die permanente Aufrechterhaltung der Körpertemperatur auf ca. 37°. Produziert der Körper vermehrt Wärme, etwa bei sportlicher Betätigung, schaltet er zur Temperaturregulierung die körpereigene Klimaanlage an. Durch Schwitzen entsteht Verdunstungskälte, welche den Körper vor Überhitzung schützt.
Im umgekehrten Fall, wenn die Körpertemperatur abzufallen droht, versucht der Körper selbst Wärme zu erzeugen, zum Beispiel durch Muskelkontraktion (zittern). Hierzu muss er Energie (Kalorien) verbrennen, um die Temperatur konstant zu halten. Dieser Effekt tritt auch dann auf, wenn wir kaltes Wasser trinken, oder eben dann, wenn wir Eis essen. Die zusätzliche Energie, die der Körper jetzt aufbringen muss, um die Körpertemperatur konstant zu halten, verbrennt entsprechend viele Kalorien. Wenn Sie jetzt aber glauben, je mehr Eis man isst, desto schlanker wird man, dann muss ich Sie enttäuschen. Der Effekt ist nicht so durchschlagend. Kann sich aber in der Gesamtkalorienbilanz des Tages durchaus positiv auswirken, sofern das Eis keine Fettbombe ist, und man sich auch sonst einigermaßen vernünftig ernährt.
Einfach selbst gemacht
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein gesundes Eis selbst herzustellen. Am einfachsten und schnellsten ist es, gefrorenes Obst (sehr gut eignen sich Beeren) mit Joghurt, Vanille (Mark einer Schote), etwas Vollrohrzucker und einer Prise Hibiskussalz mit dem Pürierstab zu einer homogenen Eismasse zu pürieren. Schmeckt sehr erfrischend enthält zudem viele Antioxidantien und kaum Fett.
Aufwändigere Varianten lassen sich mit einer Eismaschine herstellen. Wenn Sie mal ein wirklich ausgefallenes und dazu noch hochgradig vitales Eis selbst herstellen, und ihren Gästen anbieten möchten, empfehle ich Ihnen folgendes Rezept:
Kürbisöleis
250 gr. Quark (40% Fett)
50 gr. Mandelmuß
1 Banane
Mark einer Vanilleschote
50 gr. geröstete Kürbiskerne
4 El Kürbisöl
4 El Vollrohrzucker
eine Prise Hibiskussalz
Die Kürbiskerne in der Pfanne vorsichtig anrösten und abkühlen lassen. Kürbiskerne nach dem abkühlen im Mörser zerstampfen. Zusammen mit den restlichen Zutaten vermengen und anschließend in die Eismaschine geben. Gefrieren lassen und den Vorgang 3 x wiederholen um eine Art conchiertes Eis zu erhalten. Wenn Sie die Gourmetvariante bevorzugen, tauschen Sie einfach die Menge Quark gegen Sahne aus.
Text Copyright: Marc Weise

