Archiv für die Kategorie „Jackomo – Der Kritiker“

Dinge, die die Welt nicht braucht

Dienstag, 8. Mai 2012

Jede Industrie ist dazu verdammt, immer wieder neue, innovative Produkte zu entwickel, um Marktanteile zu verteidigen oder neue Märkte zu schaffen. Die Lebensmittelindustrie bildet da keine Ausnahme. „Functional Food“ sind Lebensmittel, die mit zusätzlichen Inhaltsstoffen angereichert sind und sich dadurch positiv auf die Gesundheit auswirken sollen. Diese Extraportion Gesundheit lassen sich die Konzerne natürlich teuer bezahlen. Der tatsächliche Nutzen solcher Lebensmittel ist allerdings nicht nur fraglich, manche Experten sehen in den mit Wirkstoffen angereicherten Produkten auch eine mögliche Gefahr für die Gesundheit.

Wie Perlen an der Schnurr – Lebensmittelskandale

Dienstag, 24. April 2012

Es ist mal wieder so weit. Vor kurzem sind Eier entdeckt worden, die mit dem dioxinähnlichen PCB belastet sind. Dabei handelt es sich sogar um Eier aus ökologischer Produktion.  Nach offiziellen Angaben besteht natürlich wieder mal keinerlei Gesundheitsrisiko für die Verbraucher. Für mich ist dies ein Anlass, die Entgleisungen der Lebensmittelindustrie seit Beginn des Jahrtausends einmal aufzulisten

Das Blaue vom Himmel

Dienstag, 17. April 2012

In was für einer schönen Welt wir doch leben. Wenn es um die Ernährung geht, kann man hierzulande gar nichts falsch machen. Gesunde, naturbelassene Lebensmittel, wo der Blick auch hinfällt. Alles ist aus kontrolliertem Anbau und artgerechter Tierhaltung. Die hochwertigen Grundprodukte werden in guter, alter Handwerkskunst weiterverarbeitet. So, wie es schon seit Jahrhunderten Tradition ist. Was für ein gutes Gefühl.

Guter Service – schlechter Service

Dienstag, 13. März 2012

Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Gastronomen den Service offenbar für nicht so wichtig halten. Wenn es um Service geht, stimmt der Satz: „wenn man nur lange genug lebt, erlebt man wirklich alles.“ Es ist nicht das Handwerkliche, wo die Defizite liegen. Aber unfallfreies Tellertragen allein macht noch keine guten Service aus. Ich spreche auch nicht über die Chefs de Rang und deren Mitarbeiter in der Spitzengastronomie. Ich meine vielmehr jenes ungelernte Personal in den Betrieben der Mittelklasse.

Gute, liebe Lebensmittelindustrie

Dienstag, 21. Februar 2012

Wie in der KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts nachzulesen ist, sind in Deutschland bereits 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig. Die primären Gründe hierfür sind lange Bekannt, zu viele Kalorien, zu wenig Bewegung. Der Plattform Ernährung und Bewegung e.V., kurz peb, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Problem entgegenzuwirken. Die Mitglieder des Vereins bestehen aus hochkompetenten Institutionen, wie z. B. der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, der Deutschen Sportjugend oder Adipositas Akademie Freiburg. Daneben findet man so ziemlich alles, was in der Ernährungsindustrie Rang und Namen hat. McDonald’s, Coca-Cola, Ferrero und natürlich auch Nestlé, um nur einige zu nennen. Was ist also davon zu halten?

Das Deutsche Lebensmittelbuch

Freitag, 3. Februar 2012

Wo steht eigentlich, was in einer Roten Grütze drin sein muss, damit es als Rote Grütze verkauft werden darf? Oder was genau eigentlich außer Kalbsleber denn sonst noch so in der Kalbsleberwurst enthalten sein kann? Die Antwort auf diese Frage lautet: im Deutschen Lebensmittelbuch. Dieses Buch ist die „Bibel“ der deutschen Ernährungsindustrie. Hier wird in sogenannten Leitsätzen festgelegt, welche Voraussetzungen ein Produkt erfüllen muss, damit es unter einer bestimmten Verkehrsbezeichnung auf den Markt gebracht werden kann. Oder anders ausgedrückt: durch das Deutsche Lebensmittelbuch wird die organisierte Verbrauchertäuschung legalisiert.

Sinn oder Unsinn? – Lebensmittel frei Haus

Donnerstag, 19. Januar 2012

Die Idee, Lebensmittel frei Haus zu liefern, ist absolut nicht neu. Diesen Service haben schon vor hundert Jahren die kleinen Kolonialwarenläden und Fachhändler angeboten. Für die Stammkunden aus der Nachbarschaft tat man das gern, schließlich kannten und schätzten sich Händler und Kunden. Im schnelllebigen 21. Jahrhundert wird diese Idee wieder verstärkt aufgegriffen. Allerdings handelt es sich nicht mehr um eine selbstverständliche Serviceleistung. Wer sich heute den weg in den Supermarkt sparen möchte, muss dafür unter Umständen tief in die Tasche greifen.

Das war 2011 – Jackomos Jahresrückblick

Dienstag, 3. Januar 2012

Zum 2011. Mal seit Beginn der modernen Zeitrechnung hat dieser Planet nun die Sonne umkreist. Das möchte ich zum Anlass nehmen, um ein wenig losgelöst von den Themen Kochen und Ernährung einen allgemeineren Blick auf die vergangenen zwölf Monate zu werfen. Hier ist also Jackomos Jahresrückblich 2011.

Alle Jahre wieder

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Advent, Advent wie die Zeit verrennt. Und schon wieder steht Weihnachten vor der Tür. Und wie jedes Jahr ist das Fest der Liebe für die meisten Leute vor allem ein Anlass, eine gewaltige Fressorgie zu veranstalten. Der Handel ist gut gerüstet. Schon seit Wochen bombardieren die Läden ihre Kundschaft mit Weihnachtsangeboten. Schließlich verlangt der Gaumen zu den Feiertagen nach etwas mehr Exklusivität.

Der käufliche Koch

Donnerstag, 24. November 2011

Dank der zahlreichen Kochsendungen im Fernsehen avancieren manche Köche zu regelrechten Popstars. Solange die Botschaft dieser Starköche dazu beiträgt, dass die breite Bevölkerung wieder vermehrt selber kocht, gibt es daran nichts auszusetzen. Wenn neben Entertainment auch etwas Warenkunde und Kochkunst vermittelt wird, kann der Koch eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen. Die damit verbundene Popularität weckt aber auch das Interesse der Werbung an den Kochikonen. An diesem Punkt trennt sich die Spreu vom Weizen. Hier zeigt sich, wer wirklich meint, was er vor der Kamera erzählt und wem es nur ums Geld geht.